Pläne
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Das Zeughaus | |
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Das Obergeschoss | |
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Der Dachboden | |
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Ehemaliges Oel & Fettlager | |
Was könnte hier alles entstehen?
Das Zeughausfest «Kanister» war schön, aber zu einseitig auf eine sehr spezielle Art von Kultur ausgerichtet. Dieses Konzept hat nur einen ganz kleinen Teil der Ustermer ins Zeughaus gelockt, trotz Werbung und im Gegensatz zum Stadtplanungsgespräch, vom 9. April 2005, wo überraschend viele Interessierte ins Areal strömten.
Jetzt besteht nun Gefahr, dass das Objekt zerstückelt wird; aufgeteilt in Einzelinteressen und nach einer Übergangszeit, weil in dieser Phase nichts Überzeugendes zustande kam, wird dann alles plattgewalzt und eine Überbauung realisiert wird, mit der einige etwas Geld verdienen. Nachher steht hier ein weiteres Stadtquartier wie es auch in Oerlikon oder anderswo stehen könnte.
Was es aber in diesem Zeughausareal braucht, ist eine Nutzung, von der alle Bevölkerungsteile profitieren können. Die Kultur – und zwar nicht nur das, was einige abgehobene Sachverständige unter Kultur verstehen – muss in diesem Projekt seinen Platz haben, aber vor allem ist dieser grosse freie Platz mitten in der Stadt und in Bahnhofnähe eine einmalige Chance für Uster! Hier muss etwas entstehen mit Charme und Wirkung auf die ganze Region. Ich stelle mir vor, wie es aussieht, wenn der Zirkus hier sein Zelt aufschlägt und wie es ist, wenn hier Märkte stattfinden. Hallen und Vordächer sind ideal für eine kurzfristige Umstellung auf die Schlechtwettervariante. Flohmarkt, Weihnachtsmarkt, Frühlingsmarkt… könnten hier so gestaltet werden, dass sie eine Anziehungskraft weit über die Region hinaus entfalten. Der heutige Stadthausplatz ist zu klein, für einen Markt, der eine solche Wirkung haben könnte und vor allem sind dort die Parkplätze knapp.
Anderseits kann das Zeughaus bei Grossanlässen, bei denen das Stadtzentrum autofrei sein muss, als Parkplatz dienen oder für die rückwärtige Infrastruktur oder als Busbahnhof, für den Shuttle hinaus zu den Parkflächen beim Autobahnanschluss. Diese Trumpfkarte muss die Stadt ausspielen können, wenn der Greifenseelauf, das Stadtfest, der Ustermärt oder sonst eine grosse Sache im Zentrum stattfinden.
Wie man an der Podiumsveranstaltung hören konnte, wird die Idee, im Zeughaus sozialen Wohnungsbau zu realisieren, von allen abgelehnt. Das ist richtig, denn solche Wohnungen kann man irgendwo in der Stadt machen, aber dieses Zeughaus gibt es nur einmal. Im Moment ist es Mode die eigene Geschichte zu verdrängen und Zeugen der Vergangenheit auszuradieren. Die stärkste Wirkung hat das Ustermer Zeughaus aber, wenn die Umnutzung so gemacht wird, dass seine Geschichte und Charakter weiterhin erlebbar bleiben. Da geht es nicht nur darum, einen Teil als Andenken zu behalten, sondern die neuen Teile so einzufügen, dass sie den Gesamtcharakter nicht zerstören. Das ist eine Herausforderung für diejenigen, die dieses Projekt dereinst anpacken.
Peter Schärer, Volketswil



